Zishi Han
FATAL ATTRACTION
17. Mai – 28. Juni 2026
Overbeck-Gesellschaft
Zishi Han
FATAL ATTRACTION
17. Mai – 28. Juni 2026
Overbeck-Gesellschaft
Ein Nachtfalter kreist um eine Lichtquelle. Ihr Flug wirkt unberechenbar, und doch unausweichlich, als würde sie einem unsichtbaren Gesetz folgen. Zwischen Anziehung und Zerstörung, Orientierung und Desorientierung entfaltet sich eine Bewegung, die zugleich vertraut und geheimnisvoll wirkt.
Zishi Han nimmt diese nächtliche Szene zum Ausgangspunkt seiner ersten institutionellen Einzelausstellung FATAL ATTRACTION in der Overbeck-Gesellschaft. Die Ausstellung ist eine sinnliche, zugleich konzeptuelle Untersuchung des Lichts – als Verheißung und Bedrohung, als Motor des Begehrens und Instrument der Kontrolle.
Im Zentrum steht die Figur des Nachtfalters – ein Wesen, das vom Licht magisch angezogen wird, obwohl es ihm nicht entkommen kann. In Hans künstlerischer Praxis wird der Nachtfalter zur Metapher für menschliche Impulse: für das Streben nach Sichtbarkeit, für die Lust am Betrachten, für die fatale Bindung an Macht.
In einer dichten Rauminstallation aus Video, Skulptur und Sound verwebt Han nächtliche Beobachtungen aus Lübecks Grünanlagen mit Fragen nach Begehren, Queerness und diasporischer Erfahrung. Das Licht wird hier nicht als bloße Beleuchtung verstanden, sondern als soziales, politisches und erotisches Feld – als Käfig, als Sakrament, als Ort der Selbst- und Fremderkenntnis.
Die Kamera bleibt unbewegt, die Bilder schwingen zwischen zarter Beobachtung und hypnotischer Fixierung. Jede Szene wirkt wie eine kleine Bühne, auf der Begehren und Verletzlichkeit, Distanz und Nähe zugleich verhandelt werden. Das Flattern der Flügel unter der kalten Strahlung einer Straßenlaterne wird zur masochistischen Performance: der menschliche Drang nach Licht, nach Erleuchtung und auf die Gewalt, die in der Sichtbarkeit selbst liegt. FATAL ATTRACTION ist nicht nur eine Studie über das Verhältnis von Licht und Lebewesen, sondern auch eine Allegorie des modernen Blicks: ein Blick, der kontrolliert, aber auch verführt, der fixiert und doch selbst gefangen bleibt.
Hans Arbeiten entfalten eine stille Spannung zwischen Faszination und Widerstand, zwischen dem Wunsch, zu sehen und der Angst, gesehen zu werden. Sie erzählen von einer Existenz im Zwischenraum – von Körpern, die zugleich Objekt und Subjekt des Begehrens sind, von einem Licht, das betört und zugleich verzehrt.
kuratiert von Paula Kommoss
ERÖFFNUNG
Samstag, 16. Mai
14-16 Uhr, Soft Opening
16 Uhr, Performance
HIS BROTHER ECHO
Augustine Paredes zusammen mit Roman Steinmetz
17 Uhr, Eröffnung
Begrüßung, Jan Henrik Pratje, 2. Vorstandsvorsitzender Overbeck-Gesellschaft
Einführung, Paula Kommoss, Direktorin Overbeck-Gesellschaft