Oooo: The Sound of the Archive
11. September 2025, 18:00
Overbeck Pavilion

Oooo: The Sound of the Archive
11. September 2025, 18:00
Overbeck Pavilion

Die Listening Session THE SOUND OF THE ARCHIVE mit Alejandra Coz Rosenfeld war mehr als ein Hörerlebnis – sie war eine Einladung, gemeinsam zu erinnern, zu nachzuhören und zu verstehen.
Alejandra Coz Rosenfeld ist die Tochter von Lotty Rosenfeld, einer der bedeutendsten Künstlerinnen Lateinamerikas. Deren Werk entstand unter der bedrückenden Atmosphäre der Pinochet-Diktatur in Chile. Inmitten von Repression und Gefahr schuf sie einen künstlerischen Raum des Widerstands – oft im engen Austausch mit Freund:innen und Weggefährt:innen. Das Atelier wurde dabei zu einem Rückzugs- und Resonanzraum, in dem Gespräche, Kunst und Musik auf besondere Weise miteinander verwoben waren.
Während der Listening Session lud Alejandra Coz Rosenfeld das Publikum ein, in diese Klangwelt einzutauchen. Gemeinsam wurde eine Auswahl an Kassetten und Schallplatten aus dem Archiv der Künstlerin gehört – darunter Musica Libre, Nina Simone, Violeta Parra, Ravi Shankar sowie historische Dokumentation politischer Umbrüche in Chile mit dem Titel Chile entre dolor… y la Esperanza.
Begleitet wurde das Hören von persönlichen Erinnerungen und Gedanken Alejandra Coz Rosenfelds und über das Leben und Wirken ihrer Mutter. Darüber hinaus hatte das Publikum die einmalige Gelegenheit Aufnahmen ihres Großvaters Ernst Rosenfeld zu hören. Dieser flüchtete 1935 aus Nazideutschland und baute sich in Chile ein neues Leben auf. Die Musik und Aufnahmen wurden so zum Träger von Geschichten – über den Alltag im Widerstand, über Hoffnung und Verlust, politische Utopien und künstlerischen Mut.
In dieser Listening Session verschränkten sich Biografie, Klang und Geschichte zu einer eindringlichen kollektiven Erfahrung.


Das Programm O der Overbeck-Gesellschaft, lädt ein – gemeinsam zu hören und zuzuhören. Das Format O bietet einen Rahmen für das gemeinsame Erleben und Reflektieren von Öffentlichkeit, unserer Gesellschaft und Musik. Durch Listening Sessions, Performances, Konzerte und Gesprächsformate soll ein Raum des Austausches geschaffen werden, in dem neues Wissen geteilt und generiert wird.

Zuhören wirkt als transformative Kraft: Es kann Türen öffnen, Halt geben, unterstützen und begleiten. Es erlaubt den Ausbruch aus starren Mustern und ermöglicht tiefe Freundschaften. Dennoch bleibt Zuhören in der Gesellschaft oft unterschätzt und vernachlässigt, obwohl es eine zentrale Rolle für das Miteinander spielen könnte.
Das Programm O folgt der Überzeugung, dass zeitgenössische Kunst einen einzigartigen Reflexions- und Erfahrungsraum bietet. International orientiert, mit Blick auf lokale Ortsspezifika, möchte die Overbeck-Gesellschaft in enger Zusammenarbeit mit eingeladenen Künstler:innen, Musiker:innen, Akteur:innen und Wissenschaftler:innen ebensolche partizipativen und kollektiven Räume des offenen Austauschs entstehen lassen.

Alejandra Coz Rosenfeld, *Oooo: The Sound of the Archive*, 2025, Overbeck-Gesellschaft, Copyright: Overbeck-Gesellschaft, Foto: Sévérine Kpoti
Alejandra Coz Rosenfeld, *Oooo: The Sound of the Archive*, 2025, Overbeck-Gesellschaft, Copyright: Overbeck-Gesellschaft, Foto: Sévérine Kpoti
Alejandra Coz Rosenfeld, *Oooo: The Sound of the Archive*, 2025, Overbeck-Gesellschaft, Copyright: Overbeck-Gesellschaft, Foto: Sévérine Kpoti
Alejandra Coz Rosenfeld, *Oooo: The Sound of the Archive*, 2025, Overbeck-Gesellschaft, Copyright: Overbeck-Gesellschaft, Foto: Sévérine Kpoti
Alejandra Coz Rosenfeld, *Oooo: The Sound of the Archive*, 2025, Overbeck-Gesellschaft, Copyright: Overbeck-Gesellschaft, Foto: Sévérine Kpoti
Alejandra Coz Rosenfeld, *Oooo: The Sound of the Archive*, 2025, Overbeck-Gesellschaft, Copyright: Overbeck-Gesellschaft, Foto: Sévérine Kpoti
Alejandra Coz Rosenfeld, *Oooo: The Sound of the Archive*, 2025, Overbeck-Gesellschaft, Copyright: Overbeck-Gesellschaft, Foto: Sévérine Kpoti
Alejandra Coz Rosenfeld, *Oooo: The Sound of the Archive*, 2025, Overbeck-Gesellschaft, Copyright: Overbeck-Gesellschaft, Foto: Sévérine Kpoti

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